Der TSH-Labortest und warum er nutzlos ist

von S. L.Samstag, 25. Juli 2015 um 21:49

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Der TSH (Thyroid Stimulating Hormone - Schilddrüsenstimulierendes Hormon) Labortest:

Er wird seit den frühen 1970er Jahren durchgeführt und wird als der goldene Standardtest angesehen um den Zustand der Schilddrüse zu checken, bzw. herauszufinden, ob Sie mit Ihrem SD-Medikament (gemäß der "Norm") richtig eingestellt sind...

Und wenn Sie mit einem Endokrinologen sprechen, oder den meisten der anderen Ärzte, die ein reguläres Medizinstudium absolviert haben, werden sie Ihnen das Folgende sagen: 

1.   Der TSH-Labortest ist ein zuverlässiger physiologischer Marker bzgl. der Schilddrüsenfunktion (z.b. ob Sie eine Über- oder Unterfunktion haben)

2.   Er ist ein akkurater Leitfaden in Bezug auf die richtige Dosierung Ihres Schilddrüsenmedikamentes

3.   Je niedriger Ihr TSH-Wert unter der Behandlung mit natürlichen SD-Hormonen ist, umso größer ist das Risiko, Osteoporose or einen Herzanfall zu bekommen.

4.   Es gibt einen optimalen Wert des TSH wenn man SD-Medikamente einnimmt, der sich z.B. zwischen 1 und 2 bewegt, oder 'es werden andere Varianten genannt'.

Aber: Aufgrund der berichteten Erfahrungen vieler Patienten haben sich all die oben erwähnten Argumente als total falsch erwiesen!

 

Zugegeben, man kann einen hohen TSH-Wert haben und herausfinden, dass man eine Unterfunktion hat. Aber... es ist nicht nur so, dass Patienten mit EINDEUTIGEN Unterfunktionssymptomen gesagt wird, dass sie keine Schilddrüsenerkrankung haben, weil sie einen "normalen" TSH-Wert haben (z.B. ist der TSH-Wert noch im Normbereich), sondern sie werden auch während der SD-Therapie als Geisel des TSH-Wertes gehalten, obwohl sie weiterhin typische Unterfunktionssymptome haben, währenddessen sie sich noch im Referenzbereich befinden.

 

 

WAS IST DER TSH-WERT?

In Ihrem Körper wird das tatsächliche Schilddrüsenstimulationshormon (TSH) gebildet und in der Hirnanhangdrüse abgesondert... das bedeutet, dass es ein Hormon der Hirnanhangdrüse ist, und NICHT ein Schilddrüsenhormon. Sie können das TSH als einen Boten ansehen,der an der Tür der Schilddrüse "anklopft". Und seine Aufgabe ist es, Ihre Schilddrüse zu regulieren - ihr zu sagen, dass sie mehr SD-Hormone produzieren soll, bzw. ihr zu sagen, weniger zu produzieren. Bei einem gesunden Individuum basiert diese Botschaft darauf, ob Ihr Blutspiegel zu wenig SD-Hormone enthält um den Anforderungen Ihres Körpers zu entsprechen, oder zu viel. Wenn die Schilddrüse krank wird oder durch daran gehindert wird, ihre Aufgabe adequat durchzuführen (genannt Schilddrüsenunterfunktion), dann "klopft und klopft" das TSH an, und theoretisch wird dann der TSH-Wert im Labor einen hohen Wert anzeigen.

 

Oder, wenn Ihre Schilddrüse sich auf ihr Trimm-Dich-Rad setzt und zu viel Schilddrüsenhormone produziert (Schilddrüsenüberfunktion genannt), wird theoretisch der TSH-Wert im Labortest gesunken sein, um anzuzeigen, dass das TSH in Ihrem Körper nicht bei der SD "anklopft". Gelegentlich haben Patienten einen sehr niedrigen TSH-Wert (wie z.B. 1 oder weniger) zusammen mit einem niedrigen Freien T3-Wert, zuzüglich dazu mit Unterfunktionssymptomen, und das kann dann auf ein Problem in der Hirnanhangdrüse hindeuten (z.B. eine Hypophyseninsuffizienz). Das ist normalerweise dann der Fall, wenn die Hirnanhangdrüse erkankt ist, oder sie ein Problem mit dem Hypothalamus hat, das ist das Organ, dass die Nachrichten an die Hirnanhangdrüse schickt (der Hypothalamus, die Hirnanhangdrüse, und die Schilddrüse zusammen bilden die Rückkoppelungsschleife).

 

WANN IST DER TSH-LABORTEST ENTWICKELT WORDEN?

 

Der TSH-Labortest wurde ca. 1973 entwickelt, und für ihn wurden 200 Freiwillige genommen, um den "normalen" Referenzbereich zu etablieren. Im Laufe der Jahre wurden zusätzliche Bevölkerungsstudien durchgeführt, um diesen Referenzbereich zu untermauern.Der "normale" Referenzbereich ist dazu gedacht, Referenzwerte der gesunden Bevölkerungsschicht darzustellen, die überhaupt kein Schilddrüsenproblem haben. Die niedrigsten und die höchsten Messwerte zur Erstellung des Referenzbereichs werden für gewöhnlich verworfen. Aber traurig genug: Woher weiß man denn, ob die sogenannte gesunde Bevölkerung die dazu zugezogen wurde, sich nicht schon auf der Rutschbahn zur Unterfunktion befinden? Denn: Wievielen Millionen SD-Unterfunktionspatienten ist nicht schon gesagt worden, dass ihre Werte normal sind, obwohl Symptome bestanden, die die Ärzte einfach abgetan haben? Dr. David Derry aus Canada war zu dem Zeitpunkt praktizierender Arzt, als der TSH-Labortest eingeführt wurde. Und er machte die fundierte Beobachtung:

“Die Schilddrüsenexperten entschieden im Jahre 1973, dass der TSH-Labortest der Bluttest ist, auf den sie schon jahrelang gewartet haben. Das war ca. 2 Jahre bevor ich als Arzt zu praktizieren anfing. Da mir beigebracht worden war, wie man man klinisch den Zustand einer Unterfunktion diagnostiziert, war ich in der Position zu beobachten was der TSH-Wert zum Beginn einer Schilddrüsenunterfunktion verhielt. Was ich herausfand, war, dass viele Leute die klassischen Signale und Symptome einer Unterfunktion entwickelten, obwohl der TSH-Wert selten schnell genug war, um unnormal auszusehen, oder anzusteigen und die klinische Diagnose zu bestätigen. Bei manchen UF-Patienten passierte das sogar niemals. Letztendlich begann ich Unterfunktionspatienten auf die normale Art und Weise, die ich gelehrt bekommen habe, zu behandeln. Ich konnte nicht einsehen, warum ich darauf warten sollte, dass der TSH-Wert steigt um meine Patienten zu behandeln."

Dr. Derry hat genau das entdeckt, was wir Patienten seit drei Jahrzehnten herausgefunden haben!

Namentlich, dass der TSH-Labortest nicht nur versagt hat, zu enthüllen, dass wir schon in der Unterfunktion waren, sondern dass er auch versagt, während wir unser Medikament dosieren. Mit anderen Worten: Der TSH-Wert ist

völlig unabhängig davon, wie wir uns fühlen! Dies bewahrheitet sich besonders, wenn wir unzulänglich mit Nur-T4-Medikamenten (z.B. L-Thyroxin) behandelt werden, und es geht weiter, wenn wir mit natürlichen Schilddrüsenhormonen anfangen, und dabei gezwunden werden, innerhalb des TSH-Normbereiches zu bleiben.

 

WAS IST DIE ERFAHRUNG VON PATIENTEN, DIE INNERHALB DES TSH LABORWERTES BLIEBEN?

 

Sie ist miserabel. Gewiß gibt es viele Schilddrüsenpatienten, wie die Autorin dieses Artikels (Janie Bowthorpe), deren hoher TSH-Wert letztendlich ihre SD-Unterfunktion diagnostiziert. Aber, aber es gibt auch eine große Anzahl von UF-Patienten, die die sogenannten "normalen" TSH-Laborwerte haben, und das sogar jahrelang... zusammen mit klassischen oder durchgehenden Unterfunktionssymptomen. Und aufgrund der Tatsache, dass Ärzte eher besessen von den Laborwerten sind anstelle den klinischen Symptomen Glauben zu schenken, bleiben Patienten jahrelang undiagnostiziert bevor der Wert hoch genug steigt, um den wahren Zustand zu enthüllen. Dann, wenn der Patient nur unter T4-Medikation steht, oder eine bessere Behandlung mit natürlichen SD-Hormonen erhalten, bleiben einige Symptome bestehen - von milden Symptomen zu gavierenderen - weil sie gezwungen werden, im TSH-Normbereich zu bleiben. Zusätzlich dazu versagen Ärzte darin, zu verstehen, dass die fortgesetzten Klagen der Patienten bzgl. ihrer Symptome enthüllen, dass der Labortest und sein Referenzbereich unzuverlässig sind und ein großer Mißerfolg!

 

Patienten, die auf natürliche SD-Hormone übergewechselt sind, haben entdeckt, dass wenn man es ihnen erlaubt, so zu dosieren, dass ihre Symptome vollständig beseitigt sind (dies führt auch dazu, dass der Wert des freien T3 bis auf das höchsten Ende des Referenzbereiches geht), dass sie dann einen TSH-Laborwert haben, der sich sogar SEHR UNTERHALB des Referenzbereiches befindet... und trotzdem nicht im Geringsten in der Überfunktion sind.

 

Es ist gar nicht so unüblich, dann z.B. den TSH-Wert im Bereich .009 oder .004 (wenn optimal) zu sehen, ohne auch nur einen Deut in der Überfunktion zu sein. (Wenn Sie einen unterdrückten TSH-Wert haben mit Überfunktionssymptomen, ist es Zeit, Ihren Nebennierenstatus abzuklären bzw. Ihre Ration Reverses T3/Freies T3. Im Buch "Für die Schilddrüse Gegen den Starrsinn" von Janie Bowthorpe ist diesbezüglich mehr Info erhältlich).

Zusätzlich dazu bemerken Patienten, dass sich die Gesundheit ihres Herzens und ihre Knochenfestigkeit vollständig verbessert hat, sogar mit einem TSH-Wert der sich unterhalb des sogenannten normalen Referenzbereiches befindet, wenn sie optimal mit natürlichen SD-Hormonen eingestellt und ihre Nebennieren stark sind bzw. sie eine adequate Nebennierenunterstützung haben.

 

ANMERKUNG: Wenn Sie immer noch mit L-Thyroxin behandelt werden, kann das Herunterdrücken des TSH-Wertes indem Sie Ihr T4-Medikament höher dosieren, fehlschlagen. Denn der Körper kann dann den immer höher steigenden T4-Wert in das Reverse T3 - einem unaktiven Hormon - umwandeln.

 

 

BEINFLUSST ES DEN TSH-LABORTEST WENN SIE RAUCHER SIND?

Ja, und zwar insofern, dass Rauchen Ihren TSH-Wert absenken kann, dass kann dann die Tatsache, dass Sie eine undiagnostizierte oder unterbehandelte Unterfunktion haben, verschleiern. Dazu gibt es hier eine interessante Studie:http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16915535

 

WAS IST NUN DAS FAZIT BEZÜGLICH DES TSH-LABORWERTES GEMÄSS DER ERFAHRUNG VON PATIENTEN?

Es stinkt zum Himmel. Es führt dazu, dass Patienten mit SD-Unterfunktion jahrelang undiagnostiziert sind. Und selbst wenn man Medikamente einnimmt, bleiben bei den Patienten aufgrund der dubiosen Referenzwerte weiterhin Unterfunktionssymptome, inklusiveKnochendichte und Herzproblemen.

 

Am besten wendet man den TSH-Wert bei dem an, was er IST: Einem Hormon der Hirnanhangdrüse! Und dafür ist er ein guter Leitfaden um herauszufinden, ob man eine nicht richtig funktionierende Hirnanhangdrüse hat, insbesondere dann, wenn Sie einen sehr niedrigen TSH-Wert haben und einen niedrigen freien T3-Wert, zusammen mit durchgehenden Unterfunkionsfunktionen.

Um die richtige Diagnose und Dosierung bei einer Schilddrüsenerkrankung zu ermitteln, bekommt der künstlich gemachte TSH-Labortest im Schilddrüsenzeugnis eine "6", genauso wie die Ärzte, die sich darauf stützen.

 

Übersetzung des Artikels von Janie Bowthorpe auf ihrer Website, Quelle:http://www.stopthethyroidmadness.com/tsh-why-its-useless/

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Weitere Links: https://sttm.mymedlab.com/

http://www.thyroid-info.com/articles/david-derry.htm

http://thyroid.about.com/od/thyroiddrugstreatments/l/blderryb.htm

 

Außerdem hier noch der folgende Link: http://www.thyroidmanager.org/chapter/thyroid-hormone-synthesis-and-secretion/ In diesem Link heißt es “estimates of average normal secretion for euthyroid humans are 94-110 µg T4 and 10-22 µg T3 daily (259).” (Zitat). Und das ist ungefähr das Equivalent zu 3-5 Grains natürlichem SD-Hormon. Wenn Sie nah an diesem Wert sind oder diesen Wert haben, dann WERDEN Sie einen unterdrückten TSH-Laborwert haben, das zeigt Ihnen, wie ungenau die künstlich etablierten TSH-Referenzwerte sind.

 

Eine weitere Anmerkung von Janie Bowthorpe: Ich habe festgestellt, dass mindestens 50 % der SD-Patienten, die zu Schilddrüsengruppen oder -foren kommen, einen SEHR "normalen" TSH-Wert haben, sogar genauso tief wie diejenigen, die rasend hohe Unterfunktionssymptome haben. Es scheint Jahre zu dauern, bis der TSH-Wert steigt und den wahren Zustand ihrer SD-Unterfunktion enthüllt. So ist der künstlich bestimmte TSH-Laborwert für viele nicht nur ein totaler Misserfolg in Bezug auf die Diagnose der Schilddrüsenunterfunktion, er versagt auch bei den Patienten bezüglich der richtigen Einstellung ihrer Schilddrüsenmedikamente! Wir können nur hoffen, dass die Ärzte anfangen, ihre Aufmerksamkeit der "klinischen Symptomatik" zu schenken!