Salicylat- Intoleranz

 

Ein Erfahrungsbericht

 

Aus unserem Forum bei Facebook ergeben sich häufig spannende Fragen:

 

Sabine, sag mal wie wurde bei dir das Ganze diagnostiziert? Hat der Arzt das selbständig gefunden oder musstest Du nachhelfen bzw mithelfen...?

 

Für einen Teil hatte ich Glück! Moin erstmal  ;)

Ich habe einen alten Pneumologen gehabt, der ging in den Ruhestand. Ich musste zwar auf einige Symptome bei seinem Nachfolger hinweisen und mich über die seltsamen Zusammenhänge äußern, aber der spuckte dann eine völlig andere Diagnose als als zuvor.

 

Also statt 16 Jahre allergisches Bronchialasthma und irre vielen Allergien hatte ich plötzlich "nur" Samter Trias und fast alles inclusive. Der Knaller war für mich, dass endlich mal jemand die Nahrungsmittel, die mir unverträglich erschienen, als tatsächlich problematisch ernst nahm (Tomate, Paprika.... typische Salis eben)

 

Dann jedenfalls war Recherche angesagt, denn der Arzt brachte mich quasi ja auf den Zusammenhang mit Lebensmitteln, erzählte was von "ziemlich selten" und bekam später dann sozusagen von mit das Feedback, das die Sali UV tatsächlich sehr viele Nahrungsmittel und alle Hygieneartikel betrifft.

 

Dazwischen war dann Recherche zu Samter Trias und Sali-UV angesagt und mich hat es auch vor Schreck fast vom Stuhl gekippt ob der vielen neuen Erkenntnisse.

 

Die folgende Zeit war spannend. Ich habe das Bad von allem "gereinigt", was nicht für mich geht, Ersatz gesucht und auch die Familie eingebunden. Innerhalb von wenigen Tagen (natürlich auch bei Lebensmitteln nur im Minimum-Bereich möglichst Sali-arm) ging es mir unerwartet gut. Der Weg war dann klar vorgegeben, wie du dir sicher vorstellen kannst.

 

https://www.facebook.com/groups/229647443725827/

 

Inzwischen ist eine lange Zeit vergangen, einige Jahre sind nun an Erfahrungen hinzu gekommen.

Ich weiß, dass dieses generelle Ausmisten das beste war, was ich tun konnte. Ich war vollkommen überlagert mit allen Dingen, die für mich nicht gut waren. Mein Körper konnte in Ruhe runter fahren und mit der Heilung beginnen. es war mühsam. Ich hatte oft das Gefühl, kaum noch etwas Essbares zu finden, so vieles war vom Speiseplan gestrichen. Aber es gab auch Hoffnung. Immer mal wieder fand sich etwas Neues, das ich fast vergessen hatte. Ich habe nur noch die laut den mir bekannten Listen sicheren Lebensmittel gegessen, fast nur Wasser getrunken (was ja sehr gesund ist), Kosmetik und Düfte gemieden wo immer es ging.....

 

Dann merkte ich, dass ich immer empfindlicher wurde. Das dachte ich zumindest. Aber genauer betrachtet war das nicht so. Mein Körper zeigte mir nur endlich, worauf ich wirklich reagierte. Er hatte keine Verschleierung mehr nötig. Nun konnte ich weiter machen und den Darm beruhigen, heilen lassen. Der nebenher zufällig entdeckte Candida Albicans hat einiges angerichtet, das merkte ich dann während der Behandlung. 

 

Dass der Darm wichtig ist und Darmgesundheit nicht zu unterschätzen, war mir ja bekannt. Aber es am eigenen Leib zu erfahren, das ist etwas anderes. Das übliche Mittel gegen Candida vertrug ich natürlich nicht, da es ein Salicylat ist. Da gab der Arzt mir ein Privatrezept: Tropaeolum majus, Urtinktur aus der Kapuzinerkresse. Das funktionierte! Und auch heute merke ich bei Süßtrieb, dass der Candida damit wieder geht. Das kleine Mistvieh kommt nämlich immer mal wieder und lässt sich dann wieder vertreiben. Die Abstände werden größer!

 

Nach 2 Jahren Karenz habe ich hier und da ein neues Nahrungsmittel versucht. Wobei Karenz relativ war, ich ging ja arbeiten und lief manchmal in fremde Parfumwolken..... das warf mich zurück....

Wenn ein Nahrungsmittel gut war, versuchte ich es weiter damit, schön langsam..... step by step.....

Nach einigen Tagen war ich dann sicher und behielt es auf dem Speiseplan. Dann kam nach einer Woche wieder ein neues Lebensmittel dazu. Und so weiter und so weiter...... So füllte sich die Speisekammer wieder und sortierte sich neu. Wenn etwas nicht gut war, dann ließ ich es weg und wartete einige Tage ab, bis sich alles wieder beruhigt hatte. 

 

Nebenher kamen für mich neue Diagnosen zustande, die mich insgesamt aber weiter brachten. Ich habe Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Addison, eine Nebennierenrindeninsuffizienz. Mindestens..... wenn nicht sogar die Nebennieren komplett aufgeben....

 

Das Gute daran: Ich wurde behandelt und bekam erst Schilddrüsenhormone, später auch Cortison und andere Hormone, weil sie einfach fehlten. Wenn Cortisol (das körpereigene Cortison) im Körper fehlt, dann kann sich vieles leichter entzünden, der Darm z.B., das begünstigt den Candida. Siehst du, wie die Kreise sich schließen? Eines greift ins andere.....

 

Daher wurde die Sali-UV auch besser, als ich das Cortison einnahm. Kein Wunder. Seither werde ich natürlich etwas mutiger ;)

 

Fakt ist, dass mein Körper lange Zeit hatte, um sich regenerieren zu können und sich selbst zu heilen, so weit es eben ging. Ich darf auch heute bei weitem nicht alles essen und trinken, aber heute macht die Dosis das Gift. Ich bin sehr froh, so lange durchgehalten zu haben. Das brachte meinem Körper maximale Ruhe und Erholung. Die Belohnung ist heute wenig Migräne, eine gute Verdauung, wenig Reflux, inzwischen sogar dezente Toleranz gegenüber vorbei ziehenden Duftwölkchen. Vor Kurzem habe ich es stolz geschafft, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Mitten in Berlin. Dabei sind hier so viele Menschen, so viele Düfte. Ich war nervös, aber es ging prima. Heilung? Nein, sicher nicht. aber ein wenig mehr Lebensqualität, das war alles wert!