Symphysensprengung

Beckenringfraktur

 

Mein Beitrag in einem Forum zum Thema „Symphysensprengung“. Vielleicht auch für andere hilfreich? Erst einmal eine Erklärung zur Symphyse: Wikipedia

Ebenfalls zum Thema: Symphysenlockerung

 

Guten Morgen "besorgter Ehegatte",

ich weiß, dieser Beitrag kommt sehr spät, ich weiß nicht, ob ihr inzwischen sinnvolle Hilfe erfahren konntet. Ich wünsche es euch! Falls nicht, gebe ich euch einen wertvollen Tipp: unbedingt einen guten Chirurgen zu Rate ziehen.

 

Ich selbst habe schon bei meinem ersten Kind 1991 eine Symphysensprengung erlebt, es passierte sogar vor der Entbindung. Es wurde vorsichtshalber ein Kaiserschnitt gemacht, aber dafür war es ja zu spät. Die Tage später angefertigten Röntgenbilder haben es dann gezeigt.

 

Ich hatte nur 1 cm Abstand, aber das war schon die Hölle. Ich brauchte Monate mit Physiotherapie um Haushalt ect. zu bewältigen. Seitdem war ich nie schmerzfrei. Damals hieß es, ich soll den Beckengurt (Trochantergurt) tragen und innerhalb eines halben Jahres würde alles von allein zusammen wachsen. Das passierte nicht.

 

Dann hieß es, man könne das nicht mehr operieren. Früher hat man wohl verdrahtet, aber das müsse innerhalb eines halben Jahres gemacht werden. Ich habe damit gelebt. 1994 kam das 2. Kind. Da schon klar war, dass die Symphyse wieder kaputt war, konnte ich normal entbinden.

 

Die Probleme waren anschließend größer als nach dem ersten Kind, obwohl ich ein wesentlich geringeres Ausgangsgewicht hatte. Viel Wassergymnastik brachte Besserung, die Schmerzen blieben.

 

Nun habe ich vor 16 Monaten noch einmal ein Kind bekommen.

 

Das war die Rettung!!

 

Ich war in einer Art Geburtshaus, wo auch Ärzte vor Ort sind. Aber für die Vorbereitung sollte ich zum Anästhesisten in der Klinik nebenan, falls eine PDA oder ein Notkaiserschnitt gebraucht würde. Der Anästhesist war entsetzt über meinen Zustand, 8 Wochen vor Termin mühsam an Krücken mit übelsten Beschwerden. Er setzte mich in einen Rollstuhl und stellte mich seinen Kollegen in der Unfallchirurgie/ Traumatologie vor.

 

Dort war alles klar. Das kann auch jetzt noch operiert werden, sogar recht einfach. Ganz im Gegenteil, man riet mir sehr dazu. Es ist wichtig gewesen, weil sich an den Schambeinen eine Art Arthrose bilden könnte, die irgendwann laufen völlig unerträglich und unmöglich machen würde. Daher sollte dort eine Metallplatte aufgesetzt werden, um die Symphyse zu versteifen.

 

Klar, ein paar OP-Risiken. Aber die hat man immer. Inzwischen ist der Eingriff 4 Wochen her und mir geht es klasse. Ich laufe noch ca. 2 Wochen an Krücken, aber ich merke diesen wahnsinnigen Unterschied. Endlich Halt auf den Beinen, kein Schmerz mehr im Stehen. Es muss noch etwas heilen.

 

Selbst weitere Kinder wären möglich, ohne Probleme in der Schwangerschaft zu haben. Es muss dann ein Kaiserschnitt folgen. Diese Mobilität wieder zu bekommen, meiner Tochter vielleicht bald hinterher Springen zu können: alles in greifbarer Nähe.

 

Die Physiotherapie bringt jetzt die Muskulatur auf Vordermann. Es ist einfach klasse, das jetzt zu erleben. Übrigens wurde es höchste Zeit für den Eingriff. Es bildete sich schon Arthrose, die entfernt werden musste. Mir wurde aus dem Becken ein Knochenspan entnommen, um die Lücke zu füllen. Dann wurden sogar 2 Platten eingeschraubt, um den Halt zu bekommen.

 

Aber das lohnte sich wie gesagt. Hilft euch das weiter? ich gebe gern noch weitere Infos, Gruß Sabine